Summerjam 2016

 

Summerjam-Müll Flaschen bringen 5000 Euro für den guten Zweck

Sandra und Lisa sammeln die 170 Tonnen Müll vom Festival auf – und verwandlen ihn in bare Münze

 

Köln

Sandra und Lisa knien in einem Meer von Flaschen. Es stinkt nach abgestandenem Wein und Bier.

Pfandflaschen links, Dosen rechts und auch die Nicht-Pfand-Flaschen kommen ins Körbchen. So werden die 170 Tonnen Müll, die das Summerjam-Festival jährlich mit sich bringt, in bare Münze umgesetzt:

5.000 Euro Leergut für einen guten Zweck kommen auch dieses Jahr wieder locker zusammen.

Besuchern sind die Flaschen zu lästig

Das Flaschen-Problem auf Festivals. Tausende liegen vor den Zelten. Mit nach Hause nehmen? Den meisten Besuchern zu lästig.

Sie lassen ja sogar Zelte, Grills und Schlauchboote zurück. Was tun? Veranstalter und Entsorgungsfirma Poensgen starteten vor Jahren den Versuch, Flaschenautomaten zu installieren.

Funktionierte nicht. „Bei vielen Flaschen, die im Dreck lagen, war der Strichcode nicht mehr lesbar – die Sensoren machten dicht“, erinnert sich Christoph Poensgen der seit 13 Jahren mit 120 Mitarbeitern den Dreck von 30.000 Reggae-Fans am Fühlinger See entsorgt. „Und zwar bis auf den letzten Kronkorken“, verspricht er.

Müll mit nach Hause nehmen? Für die meisten zu lästig!

Dumm nur, dass dabei tonnenweise Flaschen auf dem Müll landen. So kam man auf die Idee, eine Charity-Aktion ins Leben zu rufen und holte sich die Europäische Kinderhilfe ins Boot.

Jörg Torkel, stellvertretender Vorsitzender, den alle nur „Onkel“ nennen, organisiert die Sammel-Events. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten:

2015 kamen 5.000€ zusammen

Der Veranstalter spendiert den 30 ehrenamtlichen Helfern Freikarten fürs Festival, dafür sammeln sie die Flaschen ein, die ihnen in die Hand gedrückt werden und sortieren sie.

2015 kamen so 5.000 Euro zusammen – die Hälfte behält der Verein, der sich gegen den sexuellen Missbrauch für Kinder stark macht, die andere Hälfte fließt in ein Kölner Sozialprojekt – im vergangenen Jahr freute sich ein Kindergarten in Chorweiler über die Finanzspritze.

 

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